Anatomie & Funktion der Schilddrüse (2023)

ANATOMIE UND FUNKTION DER SCHILDDRÜSE

Das kleine schmetterlingsförmige Organ ist ein wichtiger hormoneller Schrittmacher im menschlichen Körper. Schilddrüsenerkrankungen können daher weitreichende Folgen für die Gesundheit haben.

Wo befinden sich Schilddrüse und Nebenschilddrüse?

Die Schilddrüse (Lateinische Bezeichnung: Glandula thyreoidea) liegt an der Vorderseite des Halses unterhalb des Schildknorpels des Kehlkopfes, wodurch sich auch ihr Name erklärt. Sie besteht aus zwei Hauptlappen, die durch eine schmale Gewebebrücke (Isthmus) vor der Luftröhre miteinander verbunden sind. Dieser Aufbau zeigt das für die Schilddrüse typische Bild eines Schmetterlings.

Anatomie & Funktion der Schilddrüse (1)

Ein gesundes Organ ist etwa daumengroß und wiegt bei einem Erwachsenen im Schnitt zwischen 18 Gramm (Frauen) und 25 Gramm (Männer). Die Schilddrüse befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Strukturen, die an der Stimm- und Sprachbildung beteiligt sind. Besonders bedeutsam ist der zarte Stimmbandnerv (Nervus laryngeus recurrens), der hinter der Schilddrüse zur Kehlkopfmuskulatur verläuft.

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(Video) Schilddrüse und Nebenschilddrüse - Aufbau und Funktion (Vorschau) | Kenhub

Hinter jedem Schilddrüsenlappen liegt am jeweils oberen und unteren Pol in der Regel eine Nebenschilddrüse, die ihren Namen ihrer anatomischen Lage im Körper verdankt. Es handelt sich dabei um etwa reiskorngroße Drüsen, die das Hormon Parathormon bilden. Dieses Hormon steuert über verschiedene Mechanismen die Blutkonzentration von Kalzium und anderen Spurenelementen im Körper. Kalzium wiederum beeinflusst die Nerven- und Muskelfunktion sowie den Knochenstoffwechsel. Etwa 90 Prozent der Menschen besitzen vier Nebenschilddrüsen. Die anderen haben entweder weniger oder mehr Nebenschilddrüsen. Manche Menschen haben sogar mehr als zehn Nebenschilddrüsen.

Welche Aufgaben hat die Schilddrüse?

In der Schilddrüse werden aus Jod und anderen Substanzen die Schilddrüsenhormone gebildet. Diese Botenstoffe sind Bestandteile eines hormonellen Regelkreises und steuern als solche fast alle wichtigen Körperfunktionen. Sie wirken auf Herz und Kreislauf, erweitern die Blutgefäße, beschleunigen den Herzschlag und regeln den Blutdruck. Sie aktivieren aber auch den Fett- und Bindegewebsstoffwechsel, die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut und die Nieren- und Darmtätigkeit. Außerdem sind die Schilddrüsenhormone wesentlich für viele Wachstumsprozesse verantwortlich und steigern den Grundumsatz und Energieverbrauch des gesamten Organismus.

Schilddrüsenhormone wirken vor allem auf…

  • Herzaktivität und Blutdruck
  • Energiestoffwechsel, Körpergewicht
  • Kohlehydratstoffwechsel, Insulinproduktion
  • Fett- und Eiweißstoffwechsel, Cholesterinwerte
  • Gehirnaktivität, Psyche
  • Muskelstoffwechsel, Muskelkraft
  • Darmtätigkeit, Verdauung
  • Wachstum und Reifung von Ungeborenen im Mutterleib und von Kindern

Welche Schilddrüsenhormone gibt es?

Die zwei bekanntesten Hormone, die in der Schilddrüse gebildet werden, heißen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Beide haben einen Jodanteil. Das Thyroxin besitzt vier Jod-Atome (T4), das Trijodthyronin entsprechend nur drei (T3). Durch die Abspaltung eines Jod-Atoms kann im Körper aus dem weniger wirksamen, aber dafür langlebigeren T4 das kurzlebigere, aber wirkungsstärkere Hormon T3 gebildet werden.

Der überwiegende Teil von T3 und T4 wird im Blut an spezielle Eiweiße gebunden (Thyroxin bindendes Protein). Diese dienen als Transportmittel zu den entsprechenden Organen. Nur ein geringer Anteil liegt als freies, also ungebundenes Hormon vor. Man spricht dann von freiem T3 und freiem T4. Die freien Hormone sind die einzigen, die auf den Stoffwechsel einwirken. Darüber hinaus wird in der Schilddrüse in den sogenannten C-Zellen auch noch das Hormon Calcitonin gebildet. Dieser Botenstoff beeinflusst z.B. den Calcium- und Knochenstoffwechsel.

Wie wird die Hormonproduktion konkret gesteuert?

Eine gesunde Schilddrüse produziert pro Tag etwa 80 bis 100 Mikrogramm T4 und 10 bis 50 Mikrogramm T3. Wann und in welcher Menge die Schilddrüse die eingespeicherten Hormone dem Körper zur Verfügung stellt, wird vom Gehirn gesteuert: Und zwar vom Hypothalamus (ein Teil des Zwischenhirns) und der Hypophyse (Hirnanhangdrüse).

Die Hirnanhangdrüse ist sozusagen die erste übergeordnete Zentrale. Sie ist die Dirigentin des hormonellen Regelkreises, in den die Schilddrüse eingebunden ist. Denn sie bildet das Hormon TSH (Thyroid Stimulating Hormone), das die Schilddrüse in ihrer Hormonproduktion stimuliert. Befinden sich zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut wird die TSH-Produktion erhöht und damit die Schilddrüse zu mehr Arbeit angeregt. Ist die Schilddrüse dagegen zu aktiv, wird die Hirnanhangdrüse TSH vermindern und damit die Schilddrüsenfunktion reduzieren.

(Video) Die Schilddrüse – kleines Organ mit großer Wirkung

Die kontrollierte Abgabe von TSH wiederum erfolgt mit Hilfe von TRH (Thyreotropin Releasing Hormone), einem Hormon, das vom übergeordneten Hypothalamus freigesetzt wird. Dieser komplexe Rückkoppelungsmechanismus macht es der gesunden Schilddrüse möglich, die Konzentration der Hormone im Blut auf einem konstanten Niveau zu halten.

Vereinfacht ausgedrückt, wirkt die Schilddrüse wie das Gaspedal unseres Körpers: Bei zu viel an Hormonen (Hyperthyreose) laufen Körper und Seele übertourig, bei zu wenig Hormonen (Hypothyreose) entsprechend untertourig. Die Schilddrüse ist Teil eines komplizierten Regelkreises, durch den die Hormonausschüttung im Gleichgewicht gehalten werden soll. Ist der Hormonhaushalt gestört, kann schnell der gesamte Organismus aus dem Lot geraten.

Warum ist Jod so wichtig?

Ohne Jod kein Schilddrüsenhormon. Es wird als Grundstoff für die Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt, die unter anderem für die Regulierung von Stoffwechselprozessen verantwortlich sind und das Körper- und Organwachstum anregen.

Der menschliche Körper kann Jod nicht selbst produzieren und auch nur sehr begrenzt speichern. Jod ist ein essentielles Spurenelement. Das heißt: Das vom Körper benötigte Jod muss regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden. Es gelangt über den Magen-Darm-Trakt passiv ins Blut und von dort aktiv in die Schilddrüse. In der Schilddrüse werden bis zu 80 Prozent des täglich aufgenommenen Jods verbraucht.

Wo liegt unser täglicher Jodbedarf?

Um genügend Schilddrüsenhormone bilden zu können, liegt der tägliche Jodbedarf für Erwachsene bei etwa 150 bis 200 Mikrogramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. hat je nach Alter und Geschlecht einer Person bestimmte Empfehlungen der Jodzufuhr formuliert.

Der tägliche Jodbedarf beträgt für:

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(Video) Unsere Schilddrüse: Die wichtige Rolle der Schilddrüsenhormone (T3 & T4) für unsere Gesundheit

Jod ist für den Menschen unentbehrlich und lebensnotwendig – und zwar in jedem Lebensabschnitt – beginnend mit der Entwicklung des Kindes im Mutterleib. Daher ist eine ausreichende Deckung des Jodbedarfs vor allem während einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft wichtig, denn jetzt müssen zwei Schilddrüsen mit Jod versorgt werden. Während bei der Mutter ein erhöhtes Risiko für eine Struma besteht, hängen beim Baby die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems von einer guten Jod-Versorgung ab. Auch in Stillzeiten ist der Bedarf erhöht, weil das Jod mit der Muttermilch abgegeben wird.

Welche Risiken birgt ein Jodmangel?

Deutschland zählt zu den jodärmsten Regionen Europas. Vor Tausenden von Jahren schwemmte die Gletscherschmelze das Spurenelement fort. Bis heute kommt Jod nur in sehr geringen Mengen in unseren Böden, Acker- und Weideflächen sowie im Trinkwasser vor und fehlt somit größtenteils in der tierischen und menschlichen Nahrung. Das Gebiet der heutigen Bundesrepublik wurde viele Jahre lang zum Jodmangelland erklärt und der Kropf das sichtbarste Zeichen dieses Defizits.

Zwar hat sich die Jodversorgung der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Die Jodaufnahme hat sich gegenüber 1975 nahezu verdoppelt, vor allem Neugeborene und Kinder haben heutzutage einen ausgeglichenen Jodhaushalt. Doch gehen Experten davon aus, dass mindestens ein Drittel wenn nicht gar die Hälfte der deutschen Bevölkerung nach wie vor nicht optimal mit Jod versorgt ist. Das tägliche Defizit liegt bei schätzungsweise einem Drittel der Menge Jod, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt.

Als Folge können krankhafte Veränderungen oder Störungen der Schilddrüse auftreten. Jeder dritte Deutsche ist betroffen, ab dem 45. Lebensjahr sogar jeder Zweite, Frauen etwa gleich häufig wie Männer. Am meisten verbreitet ist die Jodmangel-Struma, eine extreme Vergrößerung der Schilddrüse mit und ohne Knoten.

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(Video) Die Schilddrüse Anatomie, Aufgaben und Funktionen💮

Patientin mit massiver Jodmangel-Struma

Die Symptome eines Jodmangels zeigen sich jedoch meist schleichend, so dass man anfangs kaum Beschwerden wahrnimmt. Erst bei einer stärkeren Unterfunktion sendet der Körper klare Warnsignale.

Als typische Anzeichen gelten:

  • Antriebsschwäche
  • extreme Müdigkeit
  • Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern
  • Konzentrationsstörungen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Enge- und Druckgefühl im Hals
  • Atem- und Schluckbeschwerden
  • Hautveränderungen (feuchte bzw. trockene Haut)

Wie kann ein Jodmangel ausgeglichen werden?

Einem akuten Jodmangel lässt sich am einfachsten über die Nahrung entgegenwirken: Die wichtigsten Jodlieferanten sind Seefische und Meerestiere. Sie sollten wenigstens zweimal wöchentlich auf dem Speiseplan stehen. Besonders jodhaltig sind Seelachs, Kabeljau und Scholle.

Auch die konsequente Verwendung von jodiertem Speissalz kann helfen, Defizite auszugleichen und Kröpfen vorzubeugen. Nennenswerte Jodmengen können zudem in Milch und Eiern vorkommen, allerdings ist hier die Fütterung der Tiere ausschlaggebend.

Jodgehalt verschiedener Nahrungsmittel im Überblick:

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Während in einigen Ländern das Problem durch Jodzufuhr im Trinkwasser gelöst wurde oder das Jodsalz schlicht zum Regelsalz gemacht wurde wie etwa in der Schweiz seit den 1920er Jahren, passierte hierzulande lange nichts. Hilfe kam schließlich aus der Nahrungsmittelindustrie, die verstärkt jodiertes Speisesalz einsetzte. Das Gleiche gilt für Kantinen, Restaurants, Bäckereien und Metzgereien. Durch ein wachsendes Angebot an mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln und Speisen hat sich die Jodversorgung der Bevölkerung wesentlich verbessert. Allerdings kann eine zusätzliche Jodaufnahme für Patienten mit bestimmten Schilddrüsenerkrankungen wie einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer Schilddrüsenentzündung vom Typ Hashimoto auch schädlich sein.

(Video) Schilddrüse - Hormondrüse einfach erklärt│Biologie Lernvideo [Learning Level Up]

FAQs

Was hat die Schilddrüse für eine Funktion? ›

Die Schilddrüse ist eine lebenswichtige Hormondrüse. Sie spielt eine große Rolle für den Stoffwechsel, das Wachstum und die Reifung des Körpers und hilft dabei, zahlreiche Körperfunktionen zu regulieren. Dazu gibt sie stetig eine bestimmte Menge an Schilddrüsenhormonen ins Blut ab.

Wo liegt die Schilddrüse anatomisch? ›

Die Schilddrüse liegt im Hals, kurz unter dem Kehlkopf vor der Luftröhre. In gesundem Zustand ist sie so klein, dass man sie von außen nicht sehen kann. Sie lässt sich aber am Hals ertasten.

Auf welche Organe hat die Schilddrüse Einfluss? ›

Die Hirnanhangdrüse ist sozusagen die erste übergeordnete Zentrale. Sie ist die Dirigentin des hormonellen Regelkreises, in den die Schilddrüse eingebunden ist. Denn sie bildet das Hormon TSH (Thyroid Stimulating Hormone), das die Schilddrüse in ihrer Hormonproduktion stimuliert.

Wie ist eine Schilddrüse aufgebaut? ›

Die Schilddrüse besteht aus zwei Lappen, die über einen parenchymatösen Steg – den Isthmus – miteinander verbunden sind, und wird von einer zweischichtigen Kapsel umgeben. Von der inneren Kapsel ziehen Bindegewebssepten (sog. Stroma) ins Innere und unterteilen das Parenchym in Läppchen (Lobuli).

Was macht T3 und T4? ›

T3 und T4 – Wirkung

sie wirken auf unseren gesamten Stoffwechsel und Energieumsatz. beeinflussen die Temperaturentstehung im Körper (Thermogenese) – dort, wo Stoffwechsel betrieben wird, wird auch Wärme frei – wenn also T3/T4 erhöht sind, schwitzt man mehr und es kann mitunter auch Fieber entstehen.

Was ist T3 und T4? ›

Die Schilddrüse stellt zwei Schilddrüsenhormone her: Tetrajodthyronin (T4), besser bekannt als Thyroxin, und die aktive Form Trijodthyronin (T3). Der Hauptanteil von T3 wird nach Bedarf in verschiedenen Organen im Körper aus T4 unter Abspaltung eines Jodatoms hergestellt.

Was wird in der Schilddrüse produziert? ›

Die Schilddrüse bildet zwei lebenswichtige Hormone mit den wissenschaftlichen Bezeichnungen Trijodthyronin und Tetrajodthyronin (Thyroxin). Die üblichen Abkürzungen dafür lauten T3 bzw. T4.

Was braucht die Schilddrüse um zu funktionieren? ›

Bei Schilddrüsenerkrankungen ist allgemein eine gesunde Ernährung wichtig: Die Schilddrüse benötigt Spurenelemente wie Jod und Selen zur Produktion von Schilddrüsenhormonen, aber auch Calcium und Eisen sowie Vitamin A und Vitamin D sind an der Regulierung der Schilddrüsenfunktion beteiligt.

Wie nennt man die Blutwerte der Schilddrüse? ›

TSH-Werte zwischen 0,4 bis 4,0 mU/l (Milli-Einheiten pro Liter) sind normal. Erhöhte TSH-Spiegel sagen aus, dass die Schilddrüse zu wenig Hormone bildet. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion findet sich zu wenig TSH im Blut, weil die Schilddrüse zu viele Hormone produziert.

Was hat die Schilddrüse mit der Psyche zu tun? ›

Im Fall einer Schilddrüsenunterfunktion klagen Betroffene häufig über depressive Verstimmungen, Apathie, schnelle Erschöpfung, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Die Gefühlslage kann sehr schwankend sein und im Extremfall über Wahnvorstellungen bis hin zu Suizidgedanken reichen.

Was lösen schilddrüsenprobleme aus? ›

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) macht sich zum Beispiel durch ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Gewichtszunahme, niedrigen Puls, trockene Haut und Haarausfall bemerkbar. Die Ursache kann eine chronische Entzündung des Organs sein, die Hashimoto-Thyreoiditis.

Was löst schilddrüsenprobleme aus? ›

Sie kann ausgelöst werden durch: Entzündungen der Schilddrüse, vor allem eine Hashimoto-Thyreoiditis. Operation an der Schilddrüse oder nach einer Strahlentherapie. Über- oder Unterversorgung des Körpers mit Jod (z.B. kann es auch nach einem Jodexzess für wenige Wochen zu einer Unterfunktion kommen)

Was ist wichtiger T3 oder T4? ›

Dabei ist fT3 ist das wirksamere der beiden Schilddrüsenhormone. T4 dient vor allem als Vorstufe (Prohormon) für T3. Es wird in den Körperzellen bedarfsabhängig in T3 umgewandelt.

Kann man auch ohne Schilddrüse leben? ›

Obwohl die Schilddrüse so ein wichtiges Organ ist, ist es heutzutage problemlos möglich, ohne Schilddrüse zu leben – dank medikamentöser Therapie. Die Dosierung muss jedoch gut eingestellt sein.

Was versorgt die Schilddrüse? ›

Der obere Anteil der Schilddrüse wird durch die Arteria thyroidea superior versorgt, einen Ast der Arteria carotis externa. Der untere Teil erhält Blut aus der Arteria thyroidea inferior, die aus dem Truncus thyrocervicalis hervorgeht. Beide Gefäße bilden untereinander zahlreiche Anastomosen.

Welcher Schilddrüsenwert ist der wichtigste? ›

Der wichtigste Schilddrüsenwert ist der TSH-Wert. TSH (auch Thyreotropin genannt) ist eine Abkürzung und steht für Thyreoidea-stimulierendes Hormon, deutsch: Schilddrüsen-stimulierendes Hormon.

Was macht das TSH Hormon? ›

Das Thyroidea-stimulierende Hormon (TSH) regt die Schilddrüse an, mehr Schilddrüsenhormone zu bilden. Es wird von der Hirnanhangsdrüse produziert und gelangt über das Blut in die Schilddrüse. Die Bildung von TSH in der Hirnanhangsdrüse wird wiederum vom Zwischenhirn gesteuert.

Was macht TSH im Körper? ›

TSH steht für „Thyroidea stimulierendes Hormon“. Dieses Hormon wird in der Hirnanhangsdrüse produziert und regt die Schilddrüse (Thyroidea) an, Schilddrüsenhormone zu bilden. Leicht erhöhte TSH-Werte können das erste Anzeichen für eine beginnende Schilddrüsenunterfunktion sein.

Sind Haferflocken gut für die Schilddrüse? ›

Manche Lebensmittel hemmen die Aufnahme von Thyroxin

Besonders Haferflocken und die darin enthaltenen Beta-Glucane binden Thyroxin wodurch es nicht mehr von der Darmschleimhaut aufgenommen werden kann.

Ist L-Thyroxin auf Dauer schädlich? ›

Schwedische Forscher haben nun festgestellt, dass das Risiko für bestimmte Krebsarten unter der Einnahme des Hormons steigt. Die Ergebnisse zeigen darüber hinaus, dass L-Thyroxin bei Männern und Frauen die Entstehung unterschiedlicher Arten begünstigt.

Was sagt der TSH-wert? ›

Die Bestimmung des TSH-Wertes im Blut ist der erste Schritt bei der labordiagnostischen Untersuchung der Schilddrüsenfunktion. Erniedrigte TSH-Werte sind dabei ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Erhöhte TSH-Werte sind wiederum ein Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Was wandelt T4 in T3 um? ›

Das Enzym Deiodase wandelt T4 in das wirksamere T3 um. Beide Hormone liegen zum größten Teil an Thyroxin-bindendes Globulin (TBG) gebunden vor. Biologisch aktiv sind jedoch nur ihre freien Formen (fT4 und fT3). Sie steigern in fast allen Organen den Stoffwechsel.

Können Schlafstörungen von der Schilddrüse kommen? ›

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion - so individuell wie jeder Patient. Zu den möglichen Beschwerden, die bei Menschen mit einer Hypothyreose auftreten können, gehören: Schlafstörungen.

Hat die Schilddrüse Einfluss auf die Leber? ›

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) führt zu einer verstärkten Aufnahme von Glucose (Zucker) aus dem Darm, zu einer vermehrten Freisetzung von Zucker aus der Leber und dadurch zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels mit der Folge einer vermehrten Insulin-Ausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse.

Ist Kaffee schlecht für die Schilddrüse? ›

Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion sollten zur Einnahme von Schilddrüsenhormonen nicht Kaffee trinken, sondern Wasser verwenden. Kaffee verringert nämlich die Bioverfügbarkeit des Hormons.

Was mag die Schilddrüse nicht? ›

Wer an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse wie Morbus Basedow oder Hashimoto-Thyreoiditis leidet beziehungsweise wer eine genetische Veranlagung dafür besitzt, sollte darauf achten, dass er nicht zu viel Jod zu sich nimmt. Denn zu viel Jod kann der Schilddrüse schaden und die Bildung eines Kropfes begünstigen.

Welche Lebensmittel sind schlecht für Schilddrüse? ›

Schilddrüse: Was die Jodaufnahme blockiert

Liegt ein Jodmangel vor, sollte man bestimmte Nahrungsmittel, wie Kohl, Karfiol, Rüben, Kresse, Radieschen nur gelegentlich zu sich nehmen. Diese Lebensmittel enthalten Glucosinolate.

Hat die Schilddrüse Einfluss auf die Augen? ›

Die Endokrine Orbitopathie (EO) ist eine autoimmunbedingte entzündliche Erkrankung der Augenhöhle, die meist mit einer Schilddrüsenüberfunktion auftritt. Diese Erkrankung wird auch Morbus Basedow genannt. Durch eine Entzündung des Bindegewebes der Augenhöhle und der Augenmuskeln kommt es zum Hervortreten der Augäpfel.

Hat Eisenmangel was mit der Schilddrüse zu tun? ›

Darüber hinaus führt Eisenmangel zu einem Mangel an den Schilddrüsenhormonen T3 und T4. Die Zugabe von Eisen kann daher helfen, Mängel auszugleichen und Entzündungsschübe sowie ein Zurückgehen der ohnehin in zu geringen Mengen produzierten Schilddrüsenhormone zu verhindern.

Welche Medikamente beeinflussen die Schilddrüse? ›

Auch Heparin, Phenylbutazon, Heroin, Methadon und Furosemid verändern die Schilddrüsenhormonkonzentration durch Einflußnahme auf die Konzentration der Transportproteine: Heparin führt zu einem akuten Anstieg der FT4-Konzentration.

Wie fühlt man sich wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet? ›

Wenn die Schilddrüse (Thyroidea) zu wenig Hormone herstellt, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion. Der Fachbegriff hierfür lautet Hypothyreose. Sie kann zu verschiedenen Beschwerden führen – zum Beispiel zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Hautveränderungen oder Verstopfung.

Was dir deine Krankheit sagen will Schilddrüse? ›

Erkrankungen der Schilddrüse haben aus der Sicht der chinesischen Medizin mit Stress, inneren Konflikten, emotionalen Belastungen, Traumata und Erschöpfung zu tun. Die Angst oder der Glaube, dass man bestimmte Dinge nicht tun, sagen oder gar denken darf behindern den eigenen authentischen Selbstausdruck.

Warum Schilddrüsenmedikamente oft unnötig sind? ›

Die Kinder müssten die Einnahme von Tabletten in ihren Tagesablauf einplanen. Zudem werde ihr Gesundheitsbewusstsein gestört, weil sie sich in der emotional aufwühlenden pubertären Entwicklungsphase grundlos als krank empfinden. Zudem entstehe durch eine verfrühte Schilddrüsentherapie das Risiko einer Überfunktion.

Was heilt die Schilddrüse? ›

Bislang ist eine Heilung der eigentlichen Ursache jedoch nicht möglich. Mit Medikamenten können aber die Auswirkungen der Erkrankung sehr wirkungsvoll verringert werden. Schilddrüsenhormone werden in Form von Levothyroxin verabreicht, das im Körper wie die körpereigenen Schilddrüsenhormone wirkt.

Kann die Schilddrüse Gelenkschmerzen verursachen? ›

Bei ausgeprägter Schilddrüsenunterfunktion können Gelenkschmerzen oder Muskelschmerzen, gelegentlich sogar eine Muskelschwäche auftreten. Bei Frauen kann der Menstruationszyklus unregelmässig sein.

Was ist schlimmer unter oder Überfunktion der Schilddrüse? ›

der Hirnanhangdrüse. Der Treibstoff, den die Schilddrüse zur Bewältigung ihrer Aufgaben benötigt, ist neben Eiweiß vor allem Jod.
...
Symptome in der Übersicht.
SchilddrüsenunterfunktionSchilddrüsenüberfunktion
Haarausfall, Haut und Nägel können sich verändernHaarausfall
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Wie kann ich meine Schilddrüse selbst testen? ›

SO FUNKTIONIERT DER SCHILDDRÜSEN-SCHLUCKTEST:

Den Kopf in den Nacken legen. Dabei einen Schluck Wasser trinken. Während des Schluckens den Halsbereich im Blick behalten. Schritt 3 und 4 gegebenenfalls einige Male wiederholen, bis Sie den Schluckvorgang gut beobachten konnten.

Welche Symptome hat man wenn die Schilddrüse nicht richtig funktioniert? ›

Wenn die Schilddrüse (Thyroidea) zu wenig Hormone herstellt, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion. Der Fachbegriff hierfür lautet Hypothyreose. Sie kann zu verschiedenen Beschwerden führen – zum Beispiel zu Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Hautveränderungen oder Verstopfung.

Was passiert wenn man keine Schilddrüse mehr hat? ›

Wird der Mangel an Schilddrüsenhormonen nicht ausgeglichen, können gesundheitliche Probleme und Beschwerden aller Art auftreten: zum Beispiel Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, unerklärliche oder übermäßige Gewichtszunahme.

Wie merke ich Probleme mit der Schilddrüse? ›

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, ein geschwollenes Gesicht, trockene Haut und spröde Haare: Das sind typische Symptome für eine Schilddrüsenunterfunktion. Auch eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten oder eine Gewichtszunahme können Anzeichen für die Schilddrüsenerkrankung sein.

Welches Essen ist gut für die Schilddrüse? ›

Jodreiche Fischsorten sind Schellfisch, Lachs oder Kabeljau. Neben Fisch sind auch Eier gut für die Schilddrüse. Sie enthalten sowohl Selen, Jod, als auch Vitamin B12. Das Nervenvitamin liefern auch Milch und Milchprodukte, die sich durch ein bisschen Joghurt zum Frühstück einfach in den Speisplan integrieren lassen.

Ist man ohne Schilddrüse schwerbehindert? ›

In dem Fall, in dem die Schilddrüsenentfernung komplikationslos erfolgt ist, beträgt der GdB im Rahmen der Heilungsbewährung 50.

Wie wirkt sich die Schilddrüse auf die Psyche aus? ›

Im Fall einer Schilddrüsenunterfunktion klagen Betroffene häufig über depressive Verstimmungen, Apathie, schnelle Erschöpfung, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Die Gefühlslage kann sehr schwankend sein und im Extremfall über Wahnvorstellungen bis hin zu Suizidgedanken reichen.

Welche Nachteile ohne Schilddrüse? ›

Wenn Erwachsenen die Schilddrüse aufgrund einer Krebserkrankung entfernt werden muss, brauchen sie ebenfalls eine Hormonbehandlung. Ohne die Hormone der Schilddrüse würden über kurz oder lang die Körper- und auch die geistigen Funktionen zum Erliegen kommen.

Was hat der Darm mit der Schilddrüse zu tun? ›

Kann eine Schilddrüsenunterfunktion Verstopfung verursachen? Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zu Verstopfung führen, weil die Unterfunktion die Verdauung verlangsamt. Wird die Erkrankung medikamentös behandelt, verschwinden meist auch die begleitenden Symptome wie die Verstopfung.

Was kann alles von der Schilddrüse kommen? ›

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse zirkulieren nicht genügend Schilddrüsenhormone im Blut. Dann sinkt der Grundumsatz des Körpers – die Betroffenen nehmen zu. Häufig treten auch chronische Verstopfungen, übermäßiges Frieren und Müdigkeit auf. Eine Unterfunktion kann das Gedächtnis und Denkleistung beeinträchtigen.

Wie merkt man das man Schilddrüsenkrebs hat? ›

Das wichtigste Warnzeichen von Schilddrüsenkrebs ist ein neu auftretender, rasch wachsender Knoten in der Schilddrüse. Besonders aufmerksam sollte man sein, wenn ein lange bestehender Kropf plötzlich wieder rasch wächst und sich ganz oder teilweise härter anfühlt.

Warum nehme ich nach Schilddrüsen-OP zu? ›

Vor der Operation bewirkt der höhere Energieverbrauch bei einer Überfunktion häufig, dass die Betroffenen mehr essen müssen. Wenn diese „gewohnten“ Mengen dann beibehalten werden, obwohl die Schilddrüse wieder gesund ist, kann es zu einer Zunahme kommen.

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1. Der DocPod - Schilddrüse 1 - Besuch in der Anatomie
(Der DocPod)
2. Anatomie / Sonografie der Schilddrüse / Halsorgane 1
(Markus Braunfels)
3. Anatomie der Schilddrüse
(Dr. med. Frank Fischer)
4. Histologie der Nebenschilddrüse - Mikroskopische Anatomie - AMBOSS Video
(AMBOSS DE)
5. Liomed - Schilddrüse - Thyroidea
(Liomed - Medizin schnell verstehen!)
6. FUNKTION DER SCHILDDRÜSE | Biologie | Neurobiologie und Verhalten
(Biologie-Lernvideos)
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Author: Fr. Dewey Fisher

Last Updated: 03/11/2023

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