Swiss Diabetes Guide (2023)

In den letzten Jahren gab es enorme Fortschritte im Bereich der Therapie des Diabetes mellitus Typ2. Dies ist unter anderem durch die neu entwickelten Medikamente bedingt, die in kardiovaskulären Endpunktstudien bewiesen haben, dass sie die Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Ereignisse reduzieren, die Entwicklung einer Herzinsuffizienz verlangsamen und die Nierenfunktion schützen. Die hier vorgestellte Applikation soll Hausärztinnen und -ärzten dabei helfen, eine personalisierte und optimale antidiabetische Therapie zu finden.

Hintergrund

Diabetes mellitus betrifft weltweit geschätzt einen von elf Erwachsenen. Obwohl mittlerweile viele wirksame Medikamente verfügbar sind, erreicht lediglich die Hälfte der an Diabetes mellitus Erkrankten ihr individuelles HbA1c-Ziel [1]. Die Gründe hierfür sind vielfältig und umfassen nicht nur die von vielen Patientinnen und Patienten praktizierte fehlende Adhärenz zu den verordneten Medikamenten. Auch die mannigfaltigen Therapiemöglichkeiten und Kombinationen machen die medikamentöse Behandlung komplex. Das Ziel dieses Artikels ist einerseits, eine Übersicht über die bisher durchgeführten kardiovaskulären Endpunktstudien zu bieten. Zu beachten ist, dass bisher alle Studien primär die Sicherheit der Antidiabetika bei Patientinnen und Patienten mit etablierten kardiovaskulären Erkrankungen mit oder ohne chronische Nierenerkrankung untersuchten. Dennoch zeigten sie teilweise einen kardiovaskulären Benefit oder eine Reduktion der Mortalität. Andererseits möchten wir mit einer selbst entwickelten Applikation eine Entscheidungshilfe für Fachpersonen präsentieren. Diese Applikation basiert auf den Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie (SGED), die 2020 verabschiedet wurden (www.sgedssed.ch).

Biguanide

Metformin (Glucophage® und Generika) ist seit 1960 in der Schweiz zugelassen und reduziert die hepatische Glukoneogenese, begünstigt die Glukoseaufnahme in die Zellen und hemmt gleichzeitig die intestinale Glukoseaufnahme.

Während die «UK Prospective Diabetes Study» (UKPDS) Hinweise für eine Reduktion makrovaskulärer Erkrankungen lieferte [2], konnte eine kürzlich publizierte Metaanalyse keine signifikante Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse zeigen [3]. Dennoch bleibt Metformin das bevorzugte Erstlinienmedikament, da alle modernen Studien zu kardiovaskulären Endpunkten auf der Therapie mit Metformin basieren. Erfahrungsgemäss kann Metformin (in reduzierter Dosierung) bis zu einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) von 30ml/min eingesetzt werden. Beträgt die eGFR <45ml/min, sollte Metformin nicht neu verordnet werden und bestehende Dosen sollten halbiert werden.

SGLT2-Hemmer

SGLT2-Hemmer inibieren den Natrium/Glukose-Kotransporter2 («sodium-glucose cotransporter 2» [SGLT2]) in den proximalen Tubuli der Nieren, was die Rückresorption von Glukose aus dem Primärurin reduziert. Sie führen nicht zu Hypoglykämien, aber zu einem Gewichtsverlust von ca. 2–3 kg über die jeweilige Studiendauer [4–6, 8].

Mit Empagliflozin (Jardiance®) konnte erstmals in der EMPA-REG-OUTCOME-Studie 2015 eine signifikante ­Reduktion der kardiovaskulären Mortalität sowie der Gesamtsterblichkeit nachgewiesen werden [4]. Auch die CANVAS-Studie konnte für Canagliflozin (Invokana®) bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes und hohem kardiovaskulärem Risiko eine signifikante Reduktion der kardiovaskulären Mortalität zeigen [5]. Die Auswirkung von Dapagliflozin (Forxiga®) auf kardiovaskuläre Ereignisse wurde in der DECLARE-TIMI-58-­Studie untersucht, die viele Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ2 mit sehr guter Nierenfunktion und ohne kardiovaskuläre Erkrankungen einschloss. Dementsprechend konnte in der relativ kurzen Studiendauer keine signifikante Reduktion der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität nachgewiesen werden. Es zeigte sich jedoch eine Abnahme von Hospitalisationen aufgrund einer Herzinsuffizienz [6]. Die niedrigere Hospitalisierungsrate bei Herzinsuffizienz konnte in der DAPA-HF-Studie mit langsamerer Progression der Herzinsuffizienz bestätigt werden [7]. Ertugliflozin (Steglatro®) wurde als vierter SGLT2-Hemmer zugelassen. Die Wirksamkeit und kardiovaskuläre Sicherheit konnten in der VERTIS-CV-­Studie demonstriert werden [8].

Hinsichtlich renaler Endpunkte ergaben sowohl die EMPA-REG-OUTCOME-Studie für Empagliflozin als auch die CREDENCE- und die CANVAS-Studie für Canagliflozin eine signifikant langsamere Progression von Nierenerkrankungen. Die EMPA-REG-OUTCOME- und die CREDENCE-Studie zeigten den sicheren Einsatz bis zu einer eGFR von 30ml/min [9, 10].

Aufgrund dieser Studienlage kann zum aktuellen Zeitpunkt von einem Klasseneffekt in Bezug auf die Reduktion der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität respektive von einem positiven Effekt auf die Herzinsuffizienz und Nierenfunktion ausgegangen werden. Wegen dieser positiven Effekte empfiehlt die SGED bei allen Patientinnen und Patienten die frühzeitige Kombination von SGLT2-Hemmern oder «Glucagon-like peptide-1»-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) mit Metformin. Die wichtigsten Resultate der kardiovaskulären Endpunktstudien in Bezug auf SGLT2-Hemmer und GLP-1-RA sind in Abbildung1 zusammengefasst.

Swiss Diabetes Guide (1) Abbildung 1: Zusammenfassung der wichtigsten kardiovaskulären Endpunktstudien mit SGLT2-Hemmern und humanen GLP-1-RA [4–10, 12–15, 17, 20, 21]. SGLT2: «sodium-glucose cotransporter 2»; GLP-1-RA: «Glucagon-like peptide-1»-Rezeptor-Agonisten; KI: Konfidenzintervall; NNT: «number needed to treat»; MACE: «major adverse cardiovascular events»; Kv: kardiovaskulärer; Herzinsuff.: Herzinsuffizienz; Komb.: kombinierter; J.: Jahre.

GLP-1-RA

Die GLP-1-RA binden wie das körpereigene Inkretin GLP-1 an die GLP-1-Rezeptoren und führen zu einer erhöhten Insulinausschüttung und Inhibition der Glukagonausschüttung. Daneben hemmen sie den Appetit.

Die ELIXA-Studie konnte 2015 für den kurzwirksamen GLP-1-RA Lixisenatid (Lyxumia®, 1×täglich) keine signifikante Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse belegen [11]. Im Gegensatz dazu konnte im darauffolgenden Jahr mit der LEADER-Studie gezeigt werden, dass Liraglutid (Victoza®, 1×täglich) bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ2 und hohem kardiovaskulärem Risiko zu einer signifikanten Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse und der Gesamtmortalität führt [12]. Im gleichen Jahr zeigte sich bei Semaglutid (Ozempic®, 1×wöchentlich) in der SUSTAIN-6-Studie eine signifikante Abnahme von nicht tödlichen Schlaganfällen, jedoch keine Verminderung der kardiovaskulären Mortalität [13]. Hinsichtlich der kardiovaskulären Ereignisse war die neu entwickelte orale Gabe von Semaglutid (Rybelsus®) in der PIONEER-4-­Studie der subkutanen Gabe nicht unterlegen [14, 15].

Für Exenatid (Bydureon®, 1×wöchentlich) konnte in der EXSCEL-Studie bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ2 mit und ohne stattgehabte(n) kardiovaskuläre(n) Ereignisse(n) keine Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen oder der Gesamtmortalität nachgewiesen werden [16]. Dulaglutid (Trulicity®, 1×wöchentlich) reduzierte in der REWIND-Studie kardiovaskuläre Ereignisse, hatte jedoch ebenfalls keine Abnahme der kardiovaskulären Mortalität zur Folge [17].

Sowohl Liraglutid in der LEADER-Studie als auch Dulaglutid in der REWIND-Studie zeigten bessere renale Endpunkte [18, 19]. Hinsichtlich der Sicherheit bei Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion können GLP-1-RA auch bei schwer ein­geschränkter Nierenfunktion (eGFR <30 ml/min) eingesetzt werden und sind in dieser Situation somit eine Alternative zu Dipeptidylpeptidase-4-(DPP-4-)Hemmern [18].

Im Wesentlichen konnten die humanen GLP-1-RA (Liraglutid, Dulaglutid, Semaglutid) in mehreren, aber nicht in allen Studien positive Effekte in den Endpunktstudien aufweisen, während dies bei den kurzwirksamen, von Exenatid abgeleiteten Medikamenten nicht der Fall war (Exenatid, Lixisenatid). Deshalb empfiehlt die SGED alternativ zu den SGLT2-Hemmern die frühe Kombination von GLP-1-RA mit Metformin. Dies ist insbesondere aufgrund der stärkeren Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patientinnen und Patienten empfehlenswert (eine Kostenrückerstattung erfolgt nur bei einem Body-Mass-Index [BMI] ≥28 kg/m2 und in Kombination mit Metformin oder Sulfonylharn­stoffen).

SGLT2-Hemmer oder GLP-1-RA?

Während beide Klassen die sogenannten 3-Punkte-MACE (schwere kardiovaskuläre Komplikationen definiert als nicht tödlicher Schlaganfall, nicht tödlicher Myokardinfarkt und kardiovaskulärer Tod) reduzieren, können die Unterschiede gezielt für eine personalisierte Therapie genutzt werden. Wie in Tabelle1 ­ersichtlich ist, führen GLP-1-RA zu einem stärkeren Gewichtsverlust sowie zu einer Reduktion von Schlaganfällen [13, 20, 21]. Hingegen bieten SGLT2-Hemmer eine stärkere Nephroprotektion und eine Verzögerung der Herzinsuffizienz beziehungsweise weniger Hospitalisationen aufgrund einer Herzinsuffizienz.

Swiss Diabetes Guide (2)

Tabelle 1: Vorteile der GLP-1-Rezeptor-Agonisten und SGLT2-Hemmer.
VorteilGLP-1-RASGLT2-Hemmer
Reduktion 3-Punkte-MACE++
Nephroprotektion+++
Reduktion Schlaganfälle+
Verzögerung/Therapie Herzinsuffizienz+
Gewichtsverlust+++
Perorale Gabe++
GLP-1-RA: «Glucagon-like peptide-1»-Rezeptor-Agonisten; SGLT2: «sodium-glucose cotransporter 2»; MACE: «major adverse cardiovascular events» (schwere kardiovaskuläre Komplikationen).

Kombination von SGLT2-Hemmer und GLP-1-RA

Die Kombinationen von Exenatid und Dapagliflozin (DURATION-8) sowie Dulaglutid (AWARD-10), Semaglutid (SUSTAIN 9) und Liraglutid (LIRA-ADD2SGLT2i) mit einem beliebigen SGLT2-Inhibitor wiesen eine signifikante Verbesserung der glykämischen Kontrolle und Reduktion des Körpergewichts nach [22–25]. In der Schweiz wird zum aktuellen Zeitpunkt die Kombination dieser beiden Wirkstoffklassen noch nicht von ­allen Krankenkassen vergütet, sie ist aber zugelassen. Aufgrund der nachgewiesenen Wirksamkeit und der langfristig zu erwartenden Kostenersparnis ist zukünftig eine Kostenübernahme zu erwarten. Auch die SGED empfiehlt die Kombination, allerdings müssen zurzeit die Kosten zumindest eines der Medikamente (meist die kostengünstigeren SGLT2-Hemmer) durch die Patientin / den Patienten getragen werden. Eine im April 2020 veröffentlichte Studie zeigte in einer ­Kohorte von 66 807 dänischen Patientinnen und Patienten im nationalen Register, dass die Kombination von Metformin und Sulfonylharnstoffen die höchste Rate an 3-Punkte-MACE, schweren Hypoglykämien und Mortalität hatte, während die Kombination von Metformin mit SGLT2-Hemmern und GLP-1-RA das ­geringste Risiko aller drei Endpunkte aufwies [25b]. Dies ist bisher die beste Evidenz, die den eindeutigen Nutzen dieser Dreifachkombination gezeigt hat.

DDP-4-Hemmer

Die Hemmung der Dipeptidylpeptidase 4 führt analog zu den GLP-1-RA zu einer verlängerten Inkretinwirkung. Daher ergibt aufgrund des gleichen Wirkungsmechanismus eine Kombination mit einem GLP-1-RA keinen Sinn.

Insgesamt wiesen die DPP-4-Hemmer Alogliptin (Vipidia®), Linagliptin (Trajenta®) und Sitagliptin (Januvia®) einen neutralen Effekt auf kardiovaskuläre Ereignisse auf [26–29]. Zu beachten ist, dass Saxagliptin (Onglyza®) in der SAVOR-TIMI-53-Studie als bisher einziger DDP-4-­Inhibitor zu häufigeren Hospitalisationen wegen Herzinsuffizienz führte [30]. Vorteile der DPP-4-Hemmer sind die erlaubte Gabe selbst bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz und die fehlenden Nebenwirkungen.

Sulfonylharnstoffe

Sulfonylharnstoffe fördern die Insulinsekretion aus den β-Zellen im Pankreas. Als unerwünschte Nebenwirkungen führen sie infolge der blutzuckerunabhängigen Insulinausschüttung häufiger zu Hypoglyk­ämien und zu einer Gewichtszunahme. Aufgrund dessen haben die Sulfonylharnstoffe an Bedeutung verloren. Weder Gliclazid (Diamicron® und Generika) noch Glimepirid (Amaryl® und Generika) zeigen eine Reduktion der kardiovaskulären Mortalität [28, 31].

Insuline

Eine schwere Niereninsuffizienz oder ein fortgeschrittener Diabetes mellitus machen häufig eine Insulintherapie notwendig. Kürzlich veröffentliche Studien zeigten, dass die neuen ultralangwirksamen Insuline wie Insulin Degludec (Tresiba®) oder Insulin Glargin 300U (Toujeo®) zu signifikant weniger Hypogly­ämien führen als die bisherigen Basalinsuline und deshalb bevorzugt werden sollten [32, 33]. Die Kombination von Insulin Degludec mit dem GLP-1-RA Liraglutid resultiert im Vergleich zu Insulin Glargin 100U (Lantus®) in einer besseren glykämischen Kontrolle und weniger Hypoglykämien [34, 35].

(Video) Ultimate Diabetes Nutrition Guide: What, When, and How to Eat

Die in der Schweiz verfügbaren Klassen von Antidiabetika und die einzelnen Substanzen (inklusive Kombinationen) sind in Tabelle2 aufgeführt.

Swiss Diabetes Guide (3)

Tabelle 2: In der Schweiz verfügbare Medikamentenklassen und Wirksubstanzen.
Klassen + WirksubstanzPräparatenameKombinationen (Metformin, sonst spezifiziert)
Biguanide
MetforminGlucophage® oder Generika
Natrium/Glukose-Kotransporter-2-(SGLT2-)Hemmer
CanagliflozinInvokana®Vokanamet®
DapagliflozinForxiga®Qtern®(Dapagliflozin/Saxagliptin)
EmpagliflozinJardiance®Glyxambi®(Empaglifozin/Linagliptin)
ErtugliflozinSteglatro®Segluromet®; Steglujan®(Empaglifozin/Sitagliptin)
Dipeptidylpeptidase-4-(DPP-4-)Hemmer
AlogliptinVipidia®(Herzinsuffizienz möglich)Vipdomet®
LinagliptinTrajenta®Jentadueto®
SaxagliptinOnglyza® (Herzinsuffizienz)Kombiglyze® XR*
SitagliptinJanuvia®, Xelevia®Janumet®, Janumet-XR®
VildagliptinGalvus®Galvumet®
Sulfonylharnstoffe
GliclazidDiamicron® oder Generika
GlibenclamidDaonil®/Semi < Daonil®Glucovance®/-mite
GlimepiridAmaryl® oder Generika
«Glucagon-like peptide-1»-(GLP-1-)Rezeptor-Agonisten
ExenatidByetta® (2×/Tag)
Exenatid DepotBydureon® Pen (1×/Woche)
LiraglutidVictoza® (1×/Tag)+ Insulin Degludec: ­Xultophy®
SemaglutidOzempic® (1×/Woche), oral: Rybelsus® (1×/Tag)
DulaglutidTrulicity® (1×/Woche)
LixisenatidLyxumia® (1×/Tag)+ Insulin Glargin 100: ­Suliqua®100/50;33
Insulinanaloga, langwirksam
DegludecTresiba®+ Liraglutid: Xultophy®
DetemirLevemir®
Glargin 100Lantus®+ Lixisenatid: ­Suliqua®100/50;33
Glargin 300Toujeo®
Glargin BiosimilarAbasaglar®
Humaninsulin, mittelwirksam
NPH Huminsulin®
Insulinanaloga, kurzwirksam
LisproHumalog®
AspartNovoRapid®, Fiasp ®
GlulisinApidra®
Ko-formuliertes oder Misch-Insulin mit kurz-und langwirksamen Insulinanaloga oder NPH-Insulin
LisproHumalog®Humalog® Mix (NPH-Insulin)
AspartNovoRapid®NovoMix® (NPH-Insulin)
Degludec/AspartNovoRapid®Ryzodeg® (Degludec/Aspart)
Wirksubstanzen in Kursivschrift haben kardiovaskuläre Endpunktstudien.
NPH: Neutral Protamin Hagedorn.

Swiss Diabetes Guide

Die vorherigen Abschnitte zeigen deutlich, wie komplex die Therapiemöglichkeiten für Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ2 sind. Neben der Vielzahl von Klassen, Wirkstoffen, Präparaten und Kombinationspräparaten wird die Datenlage ständig erweitert. Dies ist besonders für Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner eine Herausforderung.

Wie bereits erwähnt, erreicht nur die Hälfte der Diabetespatientinnen und patienten trotz antidiabetischer Medikation ihr HbA1c-Ziel [1]. Diese Zahl blieb über Jahrzehnte konstant, obwohl in den letzten zehn Jahren Dutzende neuer Präparate auf den Markt gekommen sind. Oft scheiterte es an der Medikamentenadhärenz, die nach zwei Jahren Follow-up bis auf 30% sank [1]. Es gibt viele Gründe für eine ungenügende Adhärenz: mangelhafte Patientenaufklärung, fehlendes Krankheitsverständnis, Medikamentenunsicherheit, fehlendes Patienten-Arzt-Vertrauen und hohe Kosten. Hauptprobleme scheinen jedoch komplexe Medikamentenverschreibungen, Polypharmazie und unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu sein. Die Anzahl der verschriebenen Medikamente ist umgekehrt proportional zur Adhärenz, sodass die Vereinfachung der Therapie zu einer verbesserten Adhärenz führt. Ein weiteres Problem ist die «clinical inertia» (klinische Trägheit), die das Versäumnis der rechtzeitigen Intensivierung von Behandlungen durch die Ärztin / den Arzt beschreibt. So vergehen im Durchschnitt über sieben Jahre, bis unwirksame orale antidiabetische Therapien mit Insulin ergänzt werden [36].

Im Zeitalter der digitalen Hilfsmittel haben wir unabhängig von der SGED eine Applikation zur Entscheidungshilfe für eine personalisierte antidiabetische Therapie bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ2 entwickelt, die wir im Folgenden präsentieren. Die Applikation wurde von Luca Schneider im Rahmen seiner Dissertation unter der Betreuung von Professor Roger Lehmann entworfen und programmiert [37]. Die generierten Empfehlungen basieren auf den Empfehlungen der SGED [38], den wesentlichen klinischen Charakteristika sowie der vorhandenen klinischen Evidenz und stehen für medizinische Fachpersonen in der Schweiz zur Verfügung. Die Empfehlungen werden direkt auf dem Gerät der Nutzerinnen und Nutzer generiert, sodass keine Internetverbindung notwendig ist und die Applikation keine personenbezogenen Daten erhebt oder speichert. Für alle Informationen zu den einzelnen in der Schweiz zugelassenen Präparaten wurde auf das «Arzneimittel-Informa­tionspublikationssystem» (AIPS) der Swissmedic zugegriffen. Sämtliche Inhalte wurden durch die Autoren sorgfältig geprüft, dennoch ersetzen die Empfehlungen eine fachkundige ärztliche Beurteilung nicht. Diese Applikation stellt im Moment kein Medizinalprodukt dar und die Ärztin oder der Arzt ist für seine therapeutische Entscheidung selber verantwortlich. Entsprechend ist diese Applikation auch nicht CE-zertifiziert. Das Ziel ist, dass zukünftig die Konformität mittels CE-Zertifizierung bestätigt wird. Wir entwickeln die Applikation mit einem gemeinnützigen Gedanken zur Verbesserung der medizinischen Versorgung.

Das Herzstück der Applikation ist ein kurzes Formular zur Erfassung von Patientenparametern sowie Präferenzen der Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte (Abb.2). Zentral ist die Berücksichtigung eines vorhandenen Insulinmangels (z.B. bei Polydipsie, Polyurie, Ketonurie, ­Gewichtsverlust) und von Komorbiditäten wie Nierenfunktionseinschränkungen, kardiovaskulären Erkrankungen, Herzinsuffizienz und Übergewicht. Anhand dessen wird das kardiovaskuläre Risiko in die Beurteilung einbezogen. So besteht in den aktuellen Leitlinien der «European Society of Cardiology / European Association for the Study of ­Diabetes» (ESC/EASD) nicht nur ein hohes kardiovaskuläres Risiko bei Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus und manifester kardiovaskulärer Erkrankung, sondern bereits bei Patientinnen und Patienten mit einer Diabetesdauer >10 Jahre und jedem zusätzlichen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen oder einer mässigen Niereninsuffizienz (eGFR30–59ml/min). Dadurch muss bei den meisten Diabetes­patientinnen und -patienten das kardiovaskuläre ­Risiko als hoch bis sehr hoch eingestuft werden. Auch junge Personen mit einer Diabetesdauer <10Jahren und ohne Risikofaktoren haben bereits ein mässig ­hohes kardiovaskuläres Risiko [39, 40].

Nicht weniger wichtig ist die Beachtung der Wünsche und Präferenzen der Patientin oder des Patienten, um eine möglichst gute Therapieadhärenz zu erreichen. Dazu zählen die Art der Applikation (orale Gabe versus Injektionen), Nebenwirkungen, Gewichtsveränderungen, Hypoglykämien und Therapiekosten. Die Präferenzen der Ärztin respektive des Arztes beinhalten zusätzlich die Senkung des kardiovaskulären Risikos respektive der Mortalität und die Berücksichtigung von Komorbiditäten. Abbildung2 zeigt den genauen Aufbau des Formulars.

Swiss Diabetes Guide (4) Abbildung 2: Klinische Parameter sowie Patienten- und Arztpräferenzen der Applikation «Swiss Diabetes Guide».

Daneben bietet die Applikation nützliche Zusatzinformationen und -funktionen. So lassen sich Wirkstoffklassen sowie Medikamenteninformationen anzeigen und direkt in der Applikation die dazugehörigen Fachinformationen abrufen. Ein HbA1c-Rechner kann zudem zur Therapiesteuerung anhand weniger Fragen ein personalisiertes HbA1c-Ziel vorschlagen.

Die Applikation «Swiss Diabetes Guide» ist sowohl für mobile Geräte mit den Betriebssystemen Android und iOS (angepasst an Smartphones und Tablets) sowie als Web-App auf Deutsch, Französisch und Englisch verfügbar. Unter www.diabetesguide.ch kann die Applikation heruntergeladen oder direkt genutzt werden.

Im Online-Appendix dieses Artikels stellen wir zwei Patientenbeispiele vor, um die Funktionsweise der ­Applikation zu verdeutlichen.

Diskussion

Zusammenfassend gibt es aktuell mit den SGLT2-Hemmern und den GLP-1-RA zwei Klassen, die kardiovaskuläre Ereignisse, die kardiovaskuläre Mortalität und ­Gesamtmortalität reduzieren sowie eine Nephroprotektion zeigen. Neben den wirksamen Medikamenten braucht es eine individuell angepasste Therapie, um insbesondere die Medikamentenadhärenz zu verbessern und somit die individuellen HbA1c-Ziele zu erreichen.

Die Beispiele im Online-Appendix zeigen, dass der «Swiss Diabetes Guide» für komplexe Fallbeispiele einfache und korrekte Empfehlungen vorschlagen kann. Somit besitzen Ärztinnen und Ärzte sowie andere Fachkräfte neben den publizierten Empfehlungen ein weiteres Hilfsmittel, um Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ2 optimal betreuen zu können.

Mobile Applikationen finden bereits im klinischen Alltag Verwendung und erfreuen sich aufgrund der stetigen Verfügbarkeit grosser Beliebtheit. «Swiss Diabetes Guide» nimmt nicht nur im Bereich der Endokrinologie und Diabetologie, sondern auch im gesamten schweizerischen Gesundheitswesen eine Vorreiterrolle ein, indem konkrete Therapieempfehlungen angeboten werden. Bisher war lediglich die Applikation «DC Clinical Practice Guidelines» von «Diabetes Canada» vergleichbar, ist jedoch nicht mehr verfügbar.

«Swiss Diabetes Guide» wird anhand der aktuellen Studienlage stetig weiterentwickelt und gepflegt. Eine solche webbasierte Applikation soll garantieren, dass Fortschritte bei der Behandlung des Diabetes mellitus Typ2 durch ein schnelles Update in den Algorithmus Eingang finden. Sie ersetzt aber nie die sorgfältige Beurteilung der Therapie durch eine Ärztin oder einen Arzt. Für Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder die Weiterleitung von Ungereimtheiten sind wir Ihnen dankbar.

Das Wichtigste für die Praxis

•Trotz der Vielzahl antidiabetischer Medikamente erreicht nur die Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus Typ2 ihr individuelles HbA1c-Ziel.

•Die Gründe für einen fehlenden respektive ungenügenden Therapieerfolg sind vielfältig und umfassen unter anderem mangelnde Medikamentenadhärenz, Polypharmazie und das Versäumnis der rechtzeitigen Intensivierung von Behandlungen durch die Ärztin oder den Arzt.

•Die verfügbaren und teilweise komplexen Therapiemöglichkeiten sowie stetig ändernden Empfehlungen erfordern im klinischen Alltag eine Entscheidungshilfe für eine personalisierte antidiabetische Therapie.

•Mit der entwickelten Applikation «Swiss Diabetes Guide» für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS sowie als Web-App wird ein neues Hilfsmittel für medizinische Fachkräfte angeboten. Weitere Informationen sind unter www.diabetesguide.ch zu finden.

Der Online-Appendix ist als separates Dokument verfügbar ­unter: https://doi.org/10.4414/smf.2021.08780.

(Video) David Unwin: Sugar is almost a metabolic poison for type 2 diabetes patients

Disclosure statement

Verschiedene Firmen ermöglichen mit einem«unrestricted educational grant» die Weiterentwicklung der Applikation und der Webseite. Die Sponsoren haben keinen Einfluss auf die Entstehung des Manuskriptes oder die Entwicklung der Applikation. Die Firma Promedicus GmbH verwaltet diese Sponsorenbeiträge und bezahlt damit zu ­einem branchenüblichen Ansatz die Arbeiten der Autoren und allenfalls von Informatikern für den Unterhalt dieser Applikation und die notwendigen Updates. Ein Gewinn ist nicht vorgesehen. Die Autoren tragen die fachliche Verantwortung für diese Applikation.

Credits

Kopfbild: © Serezniy | Dreamstime.com

Korrespondenz

Prof. Dr. med.
Roger ­Lehmann
Klinik für Endokrinologie,
Diabetologie und Klinische Ernährung
Universitätsspital Zürich
Rämistrasse 100
CH-8091 Zürich
roger.lehmann[at]usz.ch

Literatur

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(Video) Roy Taylor: Nutritional management and prevention of type 2 diabetes

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7McMurray JJV, Solomon SD, Inzucchi SE, Køber L, Kosiborod MN, Martinez FA, et al. Dapagliflozin in Patients with Heart Failure and Reduced Ejection Fraction. N Engl J Med. 2019;381(21):1995–2008.

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9Wanner C, Inzucchi SE, Lachin JM, Fitchett D, von Eynatten M, Mattheus M, et al. Empagliflozin and Progression of Kidney Disease in Type 2 Diabetes. N Engl J Med. 2016;375(4):323–34.

10Perkovic V, Jardine MJ, Neal B, Bompoint S, Heerspink HJL, Charytan DM, et al. Canagliflozin and Renal Outcomes in Type 2 Diabetes and Nephropathy. N Engl J Med. 2019;380(24):2295–306.

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13Marso SP, Bain SC, Consoli A, Eliaschewitz FG, Jódar E, Leiter LA, et al. Semaglutide and Cardiovascular Outcomes in Patients with Type 2 Diabetes. N Engl J Med. 2016;375(19):1834–44.

14Husain M, Birkenfeld AL, Donsmark M, Dungan K, Eliaschewitz FG, Franco DR, et al. Oral Semaglutide and Cardiovascular Outcomes in Patients with Type 2 Diabetes. N Engl J Med. 2019;381(9):841–51.

15Pratley R, Amod A, Hoff ST, Kadowaki T, Lingvay I, Nauck M, et al. Oral semaglutide versus subcutaneous liraglutide and placebo in type 2 diabetes (PIONEER 4): a randomised, double-blind, phase 3a trial. Lancet. 2019;394(10192):39–50.

16Holman RR, Bethel MA, Mentz RJ, Thompson VP, Lokhnygina Y, Buse JB, et al. Effects of Once-Weekly Exenatide on Cardiovascular Outcomes in Type 2 Diabetes. N Engl J Med. 2017;377(13):1228–39.

17Gerstein HC, Colhoun HM, Dagenais GR, Diaz R, Lakshmanan M, Pais P, et al. Dulaglutide and cardiovascular outcomes in type 2 diabetes (REWIND): a double-blind, randomised placebo-controlled trial. Lancet. 2019;394(10193):121–30.

18Mann JFE, Ørsted DD, Brown-Frandsen K, Marso SP, Poulter NR, Rasmussen S, et al. Liraglutide and Renal Outcomes in Type 2 Diabetes. N Engl J Med. 2017;377(9):839–48.

19Gerstein HC, Colhoun HM, Dagenais GR, Diaz R, Lakshmanan M, Pais P, et al. Dulaglutide and renal outcomes in type 2 diabetes: an exploratory analysis of the REWIND randomised, placebo-controlled trial. Lancet. 2019;394(10193):131–8.

20Gerstein HC, Hart R, Colhoun HM, Diaz R, Lakshmanan M, Botros FT, et al. The effect of dulaglutide on stroke: an exploratory analysis of the REWIND trial. Lancet Diabetes Endocrinol. 2020;8(2):106–14.

21Bellastella G, Maiorino MI, Longo M, Scappaticcio L, Chiodini P, Esposito K, et al. Glucagon-Like Peptide-1 Receptor Agonists and Prevention of Stroke Systematic Review of Cardiovascular Outcome Trials With Meta-Analysis. Stroke. 2020;51(2):666–9.

22Frías JP, Guja C, Hardy E, Ahmed A, Dong F, Öhman P, et al. Exenatide once weekly plus dapagliflozin once daily versus exenatide or dapagliflozin alone in patients with type 2 diabetes inadequately controlled with metformin monotherapy (DURATION-8): a 28 week, multicentre, double-blind, phase 3, randomised controlled trial. Lancet Diabetes Endocrinol. 2016;4(12):1004–16.

23Ludvik B, Frías JP, Tinahones FJ, Wainstein J, Jiang H, Robertson KE, et al. Dulaglutide as add-on therapy to SGLT2 inhibitors in patients with inadequately controlled type 2 diabetes (AWARD-10): a 24-week, randomised, double-blind, placebo-controlled trial. Lancet Diabetes Endocrinol. 2018;6(5):370–81.

24Zinman B, Bhosekar V, Busch R, Holst I, Ludvik B, Thielke D, et al. Semaglutide once weekly as add-on to SGLT-2 inhibitor therapy in type 2 diabetes (SUSTAIN 9): a randomised, placebo-controlled trial. Lancet Diabetes Endocrinol. 2019;7(5):356–67.

25Blonde L, Belousova L, Fainberg U, Garcia-Hernandez PA, Jain SM, Kaltoft MS, et al. Liraglutide as add-on to SGLT2 inhibitors in patients with inadequately controlled type 2 diabetes: LIRA-ADD2SGLT2i, a 26-week, randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Diabetes Obes Metab. 2020; 22(6):929–37.

25 b Jensen HM, Kjobly M, Hejlesen O, Kakobsen PE, Vestergaard P. Risk of major adverse cardiovascular events, severe hypoglycemia, and all-cause mortality for widely used antihyperglycemic dual and triple therapies for type 2 diabetes management: A cohort study of all Danish users. Diabetes Care. 2020;43(6):1209–18.

26White WB, Cannon CP, Heller SR, Nissen SE, Bergenstal RM, Bakris GL, et al. Alogliptin after acute coronary syndrome in patients with type 2 diabetes. N Engl J Med. 2013;369(14):1327–35.
(Video) The Best Cheeses To Improve Diabetes & Lose Weight!

27Rosenstock J, Perkovic V, Johansen OE, Cooper ME, Kahn SE, Marx N, et al. Effect of Linagliptin vs Placebo on Major Cardiovascular Events in Adults With Type 2 Diabetes and High Cardiovascular and Renal Risk: The CARMELINA Randomized Clinical Trial. JAMA. 2019;321(1):69–79.

28Rosenstock J, Kahn SE, Johansen OE, Zinman B, Espeland MA, Woerle HJ, et al. Effect of Linagliptin vs Glimepiride on Major Adverse Cardiovascular Outcomes in Patients With Type 2 Diabetes: The CAROLINA Randomized Clinical Trial. JAMA. 2019;322(12):1155–66.

29Green JB, Bethel MA, Armstrong PW, Buse JB, Engel SS, Garg J, et al. Effect of Sitagliptin on Cardiovascular Outcomes in Type 2 Diabetes. N Engl J Med. 2015;373(3):232–42.

30Scirica BM, Bhatt DL, Braunwald E, Steg PG, Davidson J, Hirshberg B, et al. Saxagliptin and cardiovascular outcomes in patients with type 2 diabetes mellitus. N Engl J Med. 2013;369(14):1317–26.

31Patel A, MacMahon S, Chalmers J, Neal B, Billot L, Woodward M, et al. Intensive blood glucose control and vascular outcomes in patients with type 2 diabetes. N Engl J Med. 2008;358(24):2560–72.

32Marso SP, McGuire DK, Zinman B, Poulter NR, Emerson SS, Pieber TR, et al. Efficacy and Safety of Degludec versus Glargine in Type 2 Diabetes. N Engl J Med. 2017;377(8):723–32.

33Rosenstock J, Cheng A, Ritzel R, Bosnyak Z, Devisme C, Cali AMG, et al. More Similarities Than Differences Testing Insulin Glargine 300 Units/mL Versus Insulin Degludec 100 Units/mL in Insulin-Naive Type 2 Diabetes: The Randomized Head-to-Head BRIGHT Trial. Diabetes Care. 2018;41(10):2147–54.

34Lingvay I, Pérez Manghi F, García-Hernández P, Norwood P, Lehmann L, Tarp-Johansen MJ, et al. Effect of Insulin Glargine Up-titration vs Insulin Degludec/Liraglutide on Glycated Hemoglobin Levels in Patients With Uncontrolled Type 2 Diabetes: The DUAL V Randomized Clinical Trial. JAMA. 2016;315(9):898–907.

35Billings LK, Doshi A, Gouet D, Oviedo A, Rodbard HW, Tentolouris N, et al. Efficacy and Safety of IDegLira Versus Basal-Bolus Insulin Therapy in Patients With Type 2 Diabetes Uncontrolled on Metformin and Basal Insulin: The DUAL VII Randomized Clinical Trial. Diabetes Care. 2018;41(5):1009–16.

36Khunti K, Wolden ML, Thorsted BL, Andersen M, Davies MJ. Clinical inertia in people with type 2 diabetes: a retrospective cohort study of more than 80,000 people. Diabetes Care. 2013;36(11):3411–7.

37Schneider L, Lehmann R, Beuschlein F. Entwicklung einer mobilen Applikation zur medikamentösen Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 (Dissertation): Universität Zürich; 2019.

38Lehmann R, Gastaldi G, Czock A, Egli M, Fischer-Taeschler D, Laimer M, et al. Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie (SGED/SSED) für die Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2 (2020). 2020; Available from: https://www.sgedssed.ch/diabetologie/sged-empfehlungen-diabetologie.

39Mach F, Baigent C, Catapano AL, Koskinas KC, Casula M, Badimon L, et al. 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk. Eur Heart J. 2020;41(1):111–88.

40Cosentino F, Grant PJ, Aboyans V, Bailey CJ, Ceriello A, Delgado V, et al. 2019 ESC Guidelines on diabetes, pre-diabetes, and cardiovascular diseases developed in collaboration with the EASD. Eur Heart J. 2020;41(2):255–323.

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(Video) How to STOP Tinnitus (Ringing in the Ears) in 30 SECONDS with This Technique – Dr. Berg

FAQs

What is the 1515 rule for diabetics? ›

To treat low blood sugar the 15/15 rule is usually applied. Eat 15 grams of carbohydrate and wait 15 minutes. The following foods will provide about 15 grams of carbohydrate: 3 glucose tablets.

How many carbs are diabetics allowed per day? ›

People with diabetes can also benefit from diets that allow up to 26% of their daily calories to come from carbs. For people who eat 2,000–2,200 calories a day, this is equivalent to 130–143 grams of carbs ( 12 ). Since carbs raise blood sugar, reducing them to any extent can help you manage your blood sugar levels.

What score is good for diabetes? ›

A fasting blood sugar level of 99 mg/dL or lower is normal, 100 to 125 mg/dL indicates you have prediabetes, and 126 mg/dL or higher indicates you have diabetes.

Which juice is good for diabetes? ›

Juice options good for type 2 diabetes

Instead, stick with juices such as unsweetened lemon or grapefruit juice, which has a lower glycemic index than most other types of juices.

What should my blood sugar be when I wake up? ›

What should your blood sugar be when you wake up? Whenever possible, aim to keep your glucose levels in range between 70 and 130 mg/dL in the morning before you eat breakfast, and between 70 and 180 mg/dL at other times.

Can diabetic take peanut butter? ›

Peanut butter contains essential nutrients, and it can be part of a healthful diet when a person has diabetes. However, it is important to eat it in moderation, as it contains a lot of calories. People should also make sure their brand of peanut butter is not high in added sugar, salt, or fat.

What vegetables should diabetics avoid? ›

People living with diabetes should look to avoid vegetables with a high GI rating, as the body absorbs blood sugar from those foods much quicker compared with low-GI foods. This includes artichokes, asparagus, broccoli, celery, cauliflower, eggplant/aubergine, green beans, lettuce, peppers, snow peas and spinach.”

Can not eating enough carbs raise blood sugar? ›

One person may be able to eat a carb-heavy diet with no problem, and another may get blood sugar spikes and gain weight from eating very few carbohydrates.

What is the best carb counter for diabetics? ›

Carb Counting App #1: Calorie King

This app is user-friendly and it's available for both Android and Apple. Calorie King has information on a tremendous database of food, including fast food, chain restaurants, and name-brand foods.

Is blood sugar of 7.8 high? ›

Less than 140 mg/dL (7.8 mmol/L) is normal. 140 to 199 mg/dL (7.8 mmol/L and 11.0 mmol/L) is diagnosed as prediabetes. 200 mg/dL (11.1 mmol/L) or higher after two hours suggests diabetes.

Are bananas good for a diabetic? ›

A person with diabetes should include a variety of fresh, whole foods in their diet, such as nutrient-dense fruits and vegetables. Bananas are a safe and nutritious fruit for people with diabetes to eat in moderation as part of a balanced, individualized eating plan.

Is coffee good for a diabetic? ›

Some studies suggest that drinking coffee — whether caffeinated and decaffeinated — may actually reduce your risk of developing type 2 diabetes. If you already have diabetes, however, the impact of caffeine on insulin action may be associated with higher or lower blood sugar levels.

Is Coke Zero good for diabetics? ›

Diabetics should avoid coke or any soft drinks as much as possible. Coke Zero is sugar-free. However, the sugar substitutes it contains may not necessarily be a healthier option for people looking to reduce their blood sugar levels.

Which fruit is not good for diabetes? ›

Raisins. While raisins are an easy snack on-the-go, they're not the best choice if you're watching your blood sugar. According to the Mayo Clinic, people with diabetes should limit their fruit portions to 15 grams of carbohydrates. One cup of raisins contains 115 grams!

Why do diabetics wake up in the middle of the night? ›

Low blood glucose at night

When blood glucose levels fall below 70 mg/dl while sleeping at night, the person experiences a condition called nocturnal hypoglycemia. Studies suggest that almost half of all episodes of low blood glucose — and more than half of all severe episodes — occur at night during sleep.

What time of day is blood sugar highest? ›

The dawn phenomenon, also called the dawn effect, is the term used to describe an abnormal early-morning increase in blood sugar (glucose) — usually between 2 a.m. and 8 a.m. — in people with diabetes.

When is the best time to check your blood sugar? ›

Testing is usually recommended before meals and at bedtime if you're taking multiple daily injections. You may need to test only before breakfast and sometimes before dinner or at bedtime if you use just an intermediate- or a long-acting insulin.

Why is my blood sugar high in the morning when I haven't eaten anything? ›

In the early hours of the morning, hormones, including cortisol and growth hormone, signal the liver to boost the production of glucose, which provides energy that helps you wake up. This triggers beta cells in the pancreas to release insulin in order to keep blood glucose levels in check.

Can diabetics eat potatoes? ›

Potatoes are a versatile and delicious vegetable that can be enjoyed by everyone, including people with diabetes. However, because of their high carb content, you should limit portion sizes, always eat the skin, and choose low GI varieties, such as Carisma and Nicola.

What is the number 1 vegetable to avoid? ›

Don't eat: Onions

Onions contain fructan, a carbohydrate well-known for causing mild to severe gastrointestinal problems. Onions, along with other allium veggies like leeks and shallots, can be difficult for your body to absorb and result in excessive water content in your intestine.

Can diabetics eat rice? ›

You can still eat rice if you have diabetes. You should avoid eating it in large portions or too frequently, though. Many types of rice exist, and some types are healthier than others.

Are carrots OK for diabetics? ›

Carrots can be a safe choice if you have diabetes and are watching your blood sugar levels. They're also non-starchy vegetables. So you can even enjoy small amounts of carrots if you're following the ketogenic, or keto, diet.

What happens if diabetic eats no carbs? ›

Left unchecked, going low-carb can increase the risk of dehydration, as well as electrolyte imbalances, Urbanski explains. This happens because when the body stores carbohydrates, it stores water along with it. Furthermore, in response to reduced blood sugar levels, the body doesn't produce as much insulin.

Can diabetics eat bread? ›

Bread is a popular food and a key element of the diet in many countries around the world. Bread is often high in carbohydrate, so people with diabetes may wonder if they can still eat it. The good news is that most people can eat bread unless a doctor advises otherwise.

Is oatmeal good for diabetics? ›

Oatmeal from whole grain oats may be a helpful addition to the diet of someone with diabetes. Oatmeal has a low glycemic index (GI) score, and the soluble fiber and beneficial compounds in oats may help people control markers of diabetes.

How many grams of sugar is a diabetic allowed per day? ›

Limit their intake of free sugarsa to less than 10% of total daily calorie (energy) intake. This is approximately 50 grams (12 teaspoons) of free sugars consumption per day based on a 2000-calorie diet.

How can I check my blood sugar without a meter? ›

You can check your blood sugar level without the need for finger sticks or needles by using a CGM or flash monitor. There are several on the market. These devices involve a sensor that measures the level of sugar in the interstitial fluid, which is a proxy for the amount of sugar in your blood.

Can diabetes be reversed? ›

There is no cure for type 2 diabetes. But it may be possible to reverse the condition to a point where you do not need medication to manage it and your body does not suffer ill effects from having blood sugar levels that are too high.

What are the 10 signs of high blood sugar? ›

Symptoms of hyperglycaemia
  • increased thirst and a dry mouth.
  • needing to pee frequently.
  • tiredness.
  • blurred vision.
  • unintentional weight loss.
  • recurrent infections, such as thrush, bladder infections (cystitis) and skin infections.
1 Nov 2021

What is average blood sugar by age? ›

From 90 to 130 mg/dL (5.0 to 7.2 mmol/L) for adults. From 90 to 130 mg/dL (5.0 to 7.2 mmol/L) for children, 13 to 19 years old. From 90 to 180 mg/dL (5.0 to 10.0 mmol/L) for children, 6 to 12 years old. From 100 to 180 mg/dL (5.5 to 10.0 mmol/L) for children under 6 years old.

What does it feel like when your blood sugar is too high? ›

Hyperglycemia (high blood glucose) means there is too much sugar in the blood because the body lacks enough insulin. Associated with diabetes, hyperglycemia can cause vomiting, excessive hunger and thirst, rapid heartbeat, vision problems and other symptoms. Untreated hyperglycemia can lead to serious health problems.

Is grapes good for diabetes? ›

Grapes are known to control the glucose levels in a person's body. The point is, to consume grapes regularly and in these people, the diabetes risk is much less. Diabetic patients must add fruits with vitamins, minerals, and fibre to their diet. Grapes are among the safe and healthy fruits for people with diabetes.

Are eggs good for diabetics? ›

Protein-rich foods like eggs can play an important role in regulating blood sugar levels for people with diabetes. Plus, eggs contain many essential vitamins and minerals, and have just 80 calories each.

Can diabetics eat apples? ›

Apples are an excellent fruit to include in your diet if you have diabetes. Most dietary guidelines for people living with diabetes recommend a diet that includes fruits and vegetables (21). Fruits and vegetables are full of nutrients such as vitamins, minerals, fiber, and antioxidants.

Is cheese good for diabetics? ›

Cheese can be included in any diet because it contains protein, vitamins and minerals, and healthy fats. Cheese can be a great addition to a type 2 diabetes diet as long as it is consumed in moderation. At least one study¹ has found that cheese may actually be able to lower the risk of developing type 2 diabetes.

Is honey good for diabetics? ›

Generally, there's no advantage to substituting honey for sugar in a diabetes eating plan. Both honey and sugar will affect your blood sugar level. Honey is sweeter than granulated sugar, so you might use a smaller amount of honey for sugar in some recipes.

Is watermelon good for diabetes? ›

Watermelon is safe for people with diabetes to eat in moderation. However, it is best to consume watermelon and other high GI fruits alongside foods that contain plenty of nutritious fats, fiber, and protein.

How much water should a diabetic drink daily? ›

Drinking water not only fights dehydration, it can also help your body get rid of excess glucose. If you're living with diabetes, you should drink plenty of fluids — about 1.6 liters (L) or 6.5 cups per day for women; and 2 L or 8.5 glasses per day for men.

Can diabetics drink wine? ›

Most research shows that drinking a small amount of alcohol occasionally does not significantly affect blood glucose levels. People with diabetes who want to drink wine can, therefore, do so in moderation.

Can yogurt raise blood sugar? ›

Yogurt can be a great nutrient-dense breakfast option or an easy snack. If unsweetened and Greek-style, it's low in carbohydrates and high in protein. This means it won't cause blood sugar spikes in people with diabetes, like other sources of carbohydrates.

What can diabetics drink besides water? ›

What You Can Drink, Besides Water, When You Have Diabetes
  • Chocolate Milk. This treat may remind you of the school lunchroom, but it's a good calcium-rich choice for grown-ups as well. ...
  • Sweet Tea. ...
  • Orange Juice. ...
  • Chai Latte. ...
  • Lemonade. ...
  • Hot Chocolate. ...
  • Apple Cider. ...
  • Energy Drinks.
11 Jan 2022

Is yogurt good for diabetics? ›

The American Diabetes Association (ADA) recommend yogurt as part of a healthful diet for people with diabetes. There are many different types of yogurt available. The examples below are also available with added probiotics: Greek yogurt contains double the protein of conventional yogurt.

Are sweet potatoes good for diabetics? ›

When eaten in moderation, all kinds of sweet potatoes are healthy. They're very high in antioxidants, vitamins, and minerals and can safely be included in a diabetes-friendly diet.

Why do diabetics wake up at 3am? ›

What gives? These early morning wake-up calls often are simply one of many low blood sugar symptoms. Sleeping through the night represents a long period without food when blood sugar can drop too low. This is bad news for the brain, which depends on glucose for energy.

Are baked potatoes good for diabetics? ›

Potatoes and diabetes. Share on Pinterest In moderation, a person with diabetes may eat potatoes. The American Diabetes Association (ADA) recommend eating starchy vegetables, such as potatoes, as part of a healthful diet. Starch is a complex carbohydrate that takes the body longer to break down than simple sugars.

How many hours should a diabetic sleep? ›

To keep your blood sugar in balance, try to get at least 7 hours of sleep each night. If you work at night or have rotating shifts: Try to maintain regular meal and sleep times, even on your days off, if you can.

What are the 5 stages of diabetes? ›

  • STAGE 1: COMPENSATION.
  • STAGE 2: STABLE ADAPTATION.
  • STAGE 3: UNSTABLE EARLY DECOMPENSATION.
  • STAGE 4: STABLE DECOMPENSATION.
  • STAGE 5: SEVERE DECOMPENSATION.
  • SUMMARY.
  • Article Information.
  • REFERENCES.
1 Dec 2004

What is end stage diabetes? ›

What is end-stage diabetes? While “end-stage diabetes” isn't a commonly used term, diabetes can lead to what's known as end-stage diabetic complications, or advanced complications. In people with diabetes, advanced complications, like end-stage renal disease, occur after many years of living with diabetes.

What color is urine in diabetes? ›

A water deprivation test involves not drinking any liquid for several hours to see how your body responds. If you have diabetes insipidus, you'll continue to pee large amounts of watery (dilute), light-colored urine when normally you'd only pee a small amount of concentrated, dark yellow urine.

What are the 10 signs of high blood sugar? ›

Symptoms of hyperglycaemia
  • increased thirst and a dry mouth.
  • needing to pee frequently.
  • tiredness.
  • blurred vision.
  • unintentional weight loss.
  • recurrent infections, such as thrush, bladder infections (cystitis) and skin infections.
1 Nov 2021

What are signs that your diabetes is getting worse? ›

Here are four signs that your type 2 diabetes is getting worse and you need to act promptly to take control of your blood glucose level:
  • There's inexplicable weight loss. ...
  • You feel thirsty very often. ...
  • You urinate very frequently. ...
  • Recurring infections.
26 Sept 2021

What is the most common cause of death in diabetics? ›

Cardiovascular disease could be the most common cause of death in diabetic patients, followed by cancer.
...
Table 2—
Cause of deathDiabetes
Men.7.22 (7.03–7.41)
.n (%)6,958 (33.1)
WomenSMR (95% CI)5.07 (4.95–5.19)
n (%)12,626 (28.8)
3 more columns
1 Jul 2004

What's the worst stage of diabetes? ›

Severely elevated blood sugar levels due to an actual lack of insulin or insufficient action of insulin. This leads to conditions called diabetic ketoacidosis or hyperosmolar coma, which can be life-threatening.

How old can a diabetic live? ›

Diabetes Life Expectancy

The average life expectancy of a type 2 diabetic patient is between 77 to 81 years. However, it is not uncommon for diabetics to live past the age of 85, should they be able to maintain good blood sugar levels and lengthen their lifespan.

Why do diabetics wake up in the middle of the night? ›

Low blood glucose at night

When blood glucose levels fall below 70 mg/dl while sleeping at night, the person experiences a condition called nocturnal hypoglycemia. Studies suggest that almost half of all episodes of low blood glucose — and more than half of all severe episodes — occur at night during sleep.

What is the average lifespan of someone with diabetes? ›

Amongst those who are currently 65 years old, the average man can expect to live until 83 years old and the average woman to live until 85 years old. People with type 1 diabetes have traditionally lived shorter lives, with life expectancy having been quoted as being reduced by over 20 years.

How many times does a diabetes urinate at night? ›

Some people may notice they have to get up every couple of hours during the night to urinate and that they produce more urine when they do go. The presence of excess glucose can also cause the urine to have a sweet smell. This is most common in advanced cases of type 2 diabetes, he says.

How much water should a diabetic drink daily? ›

Drinking water not only fights dehydration, it can also help your body get rid of excess glucose. If you're living with diabetes, you should drink plenty of fluids — about 1.6 liters (L) or 6.5 cups per day for women; and 2 L or 8.5 glasses per day for men.

How many times a day should you pee? ›

For most people, the normal number of times to urinate per day is between 6 – 7 in a 24 hour period. Between 4 and 10 times a day can also be normal if that person is healthy and happy with the number of times they visit the toilet.

Does water lower your blood sugar? ›

Drinking water regularly may rehydrate the blood, lower blood sugar levels, and reduce diabetes risk ( 20 , 21 ). Keep in mind that water and other zero-calorie drinks are best. Avoid sugar-sweetened options, as these can raise blood glucose, drive weight gain, and increase diabetes risk ( 22 , 23 ).

Can diabetes go away? ›

There is no cure for type 2 diabetes. But it may be possible to reverse the condition to a point where you do not need medication to manage it and your body does not suffer ill effects from having blood sugar levels that are too high.

How can I check my blood sugar without a meter? ›

You can check your blood sugar level without the need for finger sticks or needles by using a CGM or flash monitor. There are several on the market. These devices involve a sensor that measures the level of sugar in the interstitial fluid, which is a proxy for the amount of sugar in your blood.

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1. Leslie Knope Vs Gallon-Sized Soda Cups | Parks and Recreation
(Parks and Recreation)
2. LIVE Keto/Low-Carb Q&A/AMA
(Amy Berger - Keto Without the Crazy)
3. Swiss Chard Cure for Diabetes
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4. On Call® Extra Blood Glucose Monitoring System - Introduction
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5. 13 Foods Diabetics Should Be Eating
(HealthNormal)
6. Diabetic Food
(Diabetes.co.uk)
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Author: Dan Stracke

Last Updated: 03/05/2023

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